Redewendung: Jemandem "Zucker in den Ar... blasen"

Veröffentlicht auf von Tubs

Woher die oben genannte Redewendung stammt, weiß ich nicht... viell. will ich´s auch gar nicht wissen! ^^
Ob´s jetzt die Redewendung "Jemandem Rauch in den Ar... blasen" gibt, weiß ich nicht- aber, DASS hat´s wohl zumindest als Aktion als solche gegeben...

Es begab sich irgendwann im 18. Jahrhundert- da hatten vielerlei Leutchen schreckliche Angst davor, lebendig begraben zu werden.
Unter anderem boomte dieser Zeit dann auch der Bau von sogenannten "Leichenhäusern", in denen die Verstorbenen dann "eingelagert" wurden um sicher zu gehen, daß sie dann auch wirklich irgendwann wohl toter als tot waren bevor sie unter die Erde kamen.
Desweiteren ließen sich die Herren Doktoren alle möglichen Test´s einfallen, um sicherzugehen, daß man seinen letzten Herzschlag getan hatte:
Von den Finger der Leiche ins eigene Ohr stecken um ein evtl. "summen" zu vernehmen über die Methode drei (!) Stunden lang rythmisch an der Zunge des Verstorbenen zu ziehen und die Leichen an allerlei empfindlichen Körperstellen zu zwicken und mit spitzen Nadeln zu pieksen ist da einiges dabei.

Mit am skurilsten ist aber wohl eine Art dieser Überprüfung des tatsächlichen Todes aus Holland:

Ein Tabakraucheinlauf.
Eine der Röhren eines bemerkenswerten Apparat´s wurde in den Anus der "scheintoten" Person eingeführt, die andere mit Hilfe eines mächtigen Gebläses an einen mit Tabak gefüllten großen Kessel angeschlossen.
Solche "Tabak- Klistiere" galten als sehr effektiv und wurden nicht nur bei möglichen Scheintoten, sondern auch bei Ertrunkenen oder Bewusstlosen zur Wiederbelebung eingesetzt.
Diese Klistiere wurden bis weit ins 19. Jahrhundert hinein regelmäßig verabreicht, besonders in Holland.
Die Wissenschaft hat allerdings keinen rationalen physiologischen Grund für ihren Einsatz feststellen können, außer daß der Schmerz und die Erniedrigung, die die Betroffenen bei dieser Behandlung verspürt haben müssen, wohl eine gewisse belebende Wirkung gehabt haben werden.

Okay- bevor hier jetzt aber wieder mal wer hinausruft "Ja- die Holländer mal wieder"...
Die Holländer hatten dafür eben jenen erwähnten tollen Apparat... hier mal ein Bild aus Deutschland aus dem 18. Jahrhundert, welches einen deutschen Arzt bei seiner Arbeit zeigt:

klistirtabak

Tja, die "gute, alte deutsche Handarbeit"... ^^


Wer das nachlesen möchte und noch vieles mehr über die Entstehung der Leichenhäuser und allerlei Info´s zur Sepulkralkultur des 18. und 19. Jahrhunderts, der möge sich folgendes Buch zulegen:

LEBENDIG BEGRABEN - Geschichten einer Urangst
von IAN BONDESON
erschienen 2002 bei bei Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg

Veröffentlicht in Trash

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